Schule und Pizza

Gepostet Von Gabriele Erfurth am 15. 03. 2014 |


Jeder Mensch zwischen 6 und mindestens 16 wird sich freuen, das zu lesen: das Wort „Schule“ kommt vom lateinischen „schola“ und bedeutet ursprünglich Ruhe, Muße.

Gemeint war damit die Ruhezeit der Mönche im Kloster, das Gegenstück zur Disziplin: den Exerzitien und Gebetszeiten. Die Zeit der Muße, der inneren Einkehr, der Entspannung; die Zeit, um die Gedanken frei fließen und die Seele baumeln zu lassen; die Zeit der Eingebungen, der Geistesblitze, der spontanen Kreativität.

Die Gehirnforschung hat inzwischen bewiesen, dass unser Gehirn zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist, wenn man ihm einen Auftrag, einen Denkanstoß gibt und es dann in Ruhe lässt. Besonders wirkungsvoll ist es, sich abends mit einer bestimmten Fragestellung ins Bett zu legen und eine Nacht darüber zu schlafen. „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ wussten schon unsere Vorfahren. Damit ist genau dieses Phänomen gemeint, dass unser Gehirn im Ruhezustand Erstaunliches leistet.

Aber Vorsicht: sich den ganzen Abend über ein Thema Sorgen zu machen, ist kontraproduktiv. Das vergrößert das Problem, anstatt die Lösung anzustoßen. Machen Sie es so wie in der Pizzeria: Da bestellen Sie Ihre Pizza ja auch nur einmal und verlassen sich dann darauf, dass sie kommt, sobald sie fertig ist. – Was würde wohl geschehen, wenn Sie den Pizzabäcker jede Minute aus der Küche riefen, um Ihre Bestellung zu wiederholen?