Denken Sie NICHT an einen rosa Elefanten!

Gepostet Von Gabriele Erfurth am 02. 02. 2014 |


Warum sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge mit 100%iger Sicherheit einen rosa Elefanten?

Verneinungen

Unser Unterbewusstsein „denkt“ und speichert in Bildern. Kennen Sie ein Bild für „nicht“ oder „kein“?

Lediglich unser Verstand, der von der Evolution vor menschheitsgeschichtlich recht kurzer Zeit auf das unbewusste Gehirn aufgesetzt wurde und dem nur sehr beschränkte Möglichkeiten eingeräumt werden, kann durch seine Abstraktionsfähigkeit solche Worte verarbeiten, allerdings mit einem immensen Energie- und Zeitaufwand. Einen verneinten Satz zu verarbeiten benötigt etwa 30% mehr Energie und Zeit als ein positiv formulierter. Kinder sind dazu überhaupt erst ab einem Alter von sechs bis acht Jahren eingeschränkt fähig. Voll entwickelt ist dieses Vermögen im Alter von etwa 30 Jahren!

Aber auch bei über 30-jährigen Erwachsenen gibt es viele Situationen, in denen eine Verneinung untergeht: Sobald wir unter Stress stehen, übernimmt nämlich das unbewusste Gehirn die Kontrolle und dreht dem Energieverschwender Verstand den Saft ab. Zum Verständnis: Energie war in der menschlichen Entwicklungsgeschichte immer Mangelware. Sie wird daher aus Lebenserhaltungsgründen so sparsam und effektiv wie möglich eingesetzt. Und für das Überleben war es in den letzten 500.000 Jahren nun mal wichtiger, gut kämpfen oder schnell rennen zu können als elaboriert zu argumentieren.

Daher gehen Verneinungen in den meisten Fällen unter. Das ist es, was Ihr Unterbewusstsein „hört“:

  1. Fall nicht hin  => Fall hin!
  2. Geh da nicht rein => Geh da rein!
  3. Das solltest du nicht machen => Das solltest du machen!
  4. Erklär mir nicht, was ich tun soll => Erklär mir, was ich tun soll!

Beobachten Sie sich einmal selbst. Wie oft verwenden Sie verneinte Sätze? Und wie oft tun gerade Kinder das Gegenteil von dem, was Sie meinten gesagt zu haben?

Wir sind jedoch so stark darauf geprägt, negativ zu formulieren (also mit „nicht“, „kein“ und der Vorsilbe „un-“ ), dass es uns sehr schwer fällt, unsere Sätze umzuformulieren. Oft müssen wir erst eine Weile überlegen, bis uns die entsprechende Wendung einfällt. Aber es lohnt sich: Wir werden besser verstanden. Wir werden geistig fitter, gesünder und intelligenter (s. Beitrag Positive Worte machen fit, gesund und schlau!)